Persönlichkeiten der Gemeinde Westbevern

Gebrüder Lütke Westhues

Alfons Lütke-Westhues

Alfons Lütke-Westhues (* 17. Mai 1930 in Westbevern; † 8. März 2004 in Warendorf) war ein deutscher Springreiter.

Seinen größten Erfolg feierte er bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm mit dem Gewinn der olympischen Mannschafts-Goldmedaille zusammen mit Fritz Thiedemann und Hans Günter Winkler.
Sein älterer Bruder August Lütke-Westhues errang 1956 im Vielseitigkeitsreiten ebenfalls olympische Medaillen.
------
August Lütke-Westhues

August Lütke Westhues
wurde als August Hohenbrink geboren. 1947 änderte die Familie den Namen auf den Hofnamen der Mutter. Er gehörte dem Reiterverein Gustav Rau in Telgte an. August Lütke-Westhues begann Ende der 1940er Jahre mit der Reiterei. 1953 gewann er seinen ersten Deutschen Meistertitel, 1956 folgte ein zweiter Titel. 1954 gewann er zusammen mit Wilhelm Büsing und Klaus Wagner die Silbermedaille bei der Europameisterschaft hinter der britischen Equipe.

Bei den Olympischen Reiterspielen 1956 in Stockholm ritt Lütke-Westhues auf Trux von Kamax zum zweiten Platz in der Einzelwertung hinter dem Schweden Petrus Kastenman. Auch in der Mannschaftswertung gewann Lütke-Westhues die Silbermedaille zusammen mit Otto Rothe und Klaus Wagner, Gold ging an die Briten. Auch bei der Europameisterschaft 1957 siegten die Briten, August Lütke-Westhues gewann auf Franko zusammen mit Siegfried Dehning und Reiner Klimke erneut Silber. Auch in der Einzelwertung gewann Lütke-Westhues 1957 Silber, Gold ging an Sheila Wilcox. 1959 bei der Europameisterschaft im britischen Harewood gelang der deutschen Mannschaft der Sieg über die Briten. Lütke-Westhues, Dehning, Ottokar Pohlmann und Klimke ritten in der Europameistermannschaft.

1961 beendete Lütke-Westhues seine sportliche Karriere und konzentrierte sich auf seinen Bauernhof. Daneben übernahm er Ehrenämter in seinem Reit- und Fahrverein "Gustav Raui" Westbevern, dessen Vorsitzender er von 1965 - 1992 war, und auch im Verband. Ab 1989 war er Vorsitzender des Reiterverbandes Nordrhein-Westfalen.

August Lütke Westhues gilt auch als "Vater des Westfälischen Pferdezentrums in Münster Handorf. Er verstarb am 8.Sept.2000 und konnte die Einweihung seines Lebenswerkes nicht mehr erleben.

Deutsches Reiterkreuz in Gold (1986)
Goldene Plakette der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe (1991)
Bundesverdienstkreuz am Bande (15. Dezember 1972)

Dier Gebrüder Lütke Westhues wurden nach ihren großartigen olympischen Erfolgen in Helsinki 1956 Ehrenbürger der Gemeinde Westbevern.


Pfarrer Heinrich Wiesmann

Heinrich Wiesmann und die Gebr, Lütke Westhues
Heinrich Wiesmann und die Gebr, Lütke Westhues Empfang in dcer neuerbauten Reithalle nach der Olympiade 1956

Pfarrer Heinrich Wiesmann kam als Pfarrer im Frühjahr 1954 in die damals selstständige Pfarrei Ss. Cornelius und Cyprian. Zu Ende der 70-er Jahre wurde er in den Ruhestand versetzt und verließ Westbevern in seine Heimat Stadtlohn.

Wenn man von "Originalen" in der Gemeinde Westbevern spricht, so gehört auch Pfarrer Heinrich Wiesmann dazu. Jahrelang hatte er noch keinen Autoführerschein. So war ihm auch in kalten Jahreszeiten kein Weg zu weit, um Westbeverner Familien aufzusuchen, ob zu traurigen oder freudigen Anlässen: Man erkannte ihn schon aus der Ferne auf seiner Solex, später auf mit einem leinen Moped.

Beliebt war er auch bei "seinen" Meßdienern und ehrenamtlichen Helfern im kirchlichen Dienst. Als Dank für ihre Mitarbeit charterte er einmal im Jahr einen Bus auf eigene Kosten und fuhr mit ihnen ins Stadttheater Münster, oder zu den Freilichtbühnen im Münsterland.
Anfang der 60-er Jahre versuchte er einen Autoführerschein zu machen. Im 4. Anlauf hat dann die Fahrprüfung bestanden, wo er doch den Führerschein (sein Zitat) "nur dazu benötigte, um seine Excelenz, den Bischof von Münster zu besuchen".
Einziges Auto, was ihm zusagte, war ein Taunus 12M, das dann auch jahrelang von im Volksmund "Tewes Albert" genannten Autoschlosser gewartet wurde.

Die Kirchengemeinde Ss. Cornelius & Cyprian Westbevern hat Pfarrer Heinrich Wiesmann viel zu verdanken. So setzte er sich mit Erfolg für die Neuerrichtung des Kirchkurmes ein. Auch der Neubau der St. Anna-Kapelleist ihm zu verdanken. Auch die Umgestaltung und Erweiterun g des heutigen Friedhofes, sowie die Errichtung der Friedhofskapelle 1969 fielen in seine Zeit.

Pfarrer Heinrich Wiesmann war, wenn er denn über Freizeit verfügen konnte, begeisterter Skatspieler. Kein Skatturnier in Westbevern ohne Heinrich Wiesmann. Mna sagte ihm aer auch nach, nicht immer die Spielregeln eingehalten zu haben. Zui seiner Entschulidgung hieß es: " Der liebe Gott sieht ja nicht alles, er muß ja auch mal schlafen!"

In Westbevern wird man sich an diese herausragende Persönlichkeit noch langer erinnern.
"Er war einer von uns", so die Meinung vieler Westbeverner Bürger.

R.i.P.

Pfarrer Wiesmann 1961 besucht Kommunionkinder